Dieses digitale Werkzeug für soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen bietet Studierenden eine praktische Möglichkeit zu lernen, wie soziale Nachhaltigkeit in Geschäftsstrategie, Personalmanagement, Produktdesign und Berichterstattung integriert wird. Mit diesem Werkzeug können Studierende reale Managemententscheidungen simulieren, Berichterstattung üben und verstehen, wie Unternehmen Fairness, Inklusion und Barrierefreiheit anstreben können, während sie ihr Geschäft ausbauen. Diese Übungen können in Kursen zu Strategie, Nachhaltigkeit, Unternehmertum, HRM oder anderen betriebs- und managementbezogenen Kursen eingesetzt werden.
Studierende können entweder ein eigenes fiktives Unternehmen erfinden oder ein bestehendes Unternehmen auswählen. In beiden Fällen nutzen sie die zwei Hauptfunktionen des Werkzeugs – die Berichtsformulare für soziale Nachhaltigkeit und den VSME-Standardbericht – zusammen mit Vorlagen und Materialien im Bereich „Lernen & Planen". Dies ermöglicht es ihnen zu üben, wie ein Managementteam die aktuelle Situation bewertet, Lücken identifiziert und einen realistischen Verbesserungsplan für soziale Nachhaltigkeit erstellt. Darüber hinaus können Studierende ihre eigenen Inklusionskompetenzen mit dem Werkzeug Bewertung der Inklusionskompetenzen überprüfen und einen persönlichen Verbesserungsplan entwerfen, wodurch sie ihr inklusives Managementdenken und ihre verantwortungsvollen Führungskompetenzen weiterentwickeln.
Im Folgenden finden Sie mögliche Übungen und Anleitungen zur Moderation für Lehrende.
Übung 1: Aufbau des fiktiven Unternehmens oder Fallunternehmens
In dieser ersten Übung entscheiden die Studierenden, ob sie mit einem fiktiven Unternehmen oder einem bestehenden Unternehmen arbeiten möchten. Lehrende sollten sie ermutigen, über die Art des Geschäfts, seine Größe, seine Kunden und die Herausforderungen im Bereich sozialer Nachhaltigkeit nachzudenken, mit denen es realistischerweise konfrontiert sein könnte. Bei Verwendung eines bestehenden Unternehmens können Studierende öffentlich verfügbare Informationen zur Unterstützung ihrer Analyse sammeln. Lehrende können mit einer kurzen Diskussion darüber beginnen, warum kleinen und mittleren Unternehmen oft formale Strukturen fehlen und wie dieses Werkzeug helfen kann, praktische, kleinmaßstäbliche Nachhaltigkeitsentscheidungen zu simulieren. Lehrende können auch Fälle aus den DEI4SME-Büchern und dem Online-Fallarchiv verwenden: https://dei4sme.eu/teaching-cases/ oder Studierenden erlauben, einen Fall aus dieser frei zugänglichen Fallsammlung auszuwählen.
Übung 2: Durchsicht der Lernmaterialien in „Lernen & Planen"
Bei der Reflexion über den ausgewählten Fall können Studierende die Beispiele, Erläuterungen und Vorlagen im Bereich „Lernen & Planen" erkunden. Diese Materialien helfen ihnen, vier Engagementbereiche für soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen sowie verwandte Konzepte zu verstehen. Lehrende können Studierende ermutigen, drei bis fünf Praktiken zu identifizieren, die für ihr fiktives oder Fallunternehmen am relevantesten wären. Diese Übung eignet sich gut als Gruppenarbeit, bei der Studierende präsentieren, welche Praktiken ihrer Meinung nach den größten Unterschied im Fallunternehmen machen würden und warum.
Übung 3: Simulation der Managementteam-Sitzung
In diesem Teil des Lernprozesses simulieren die Studierenden eine Sitzung des Managementteams. Jedes Teammitglied übernimmt eine fiktive Rolle wie CEO, Personalleiter, Betriebsleiter oder Nachhaltigkeitsbeauftragter, abhängig von Größe und Form des gewählten Unternehmens. Die Gruppe diskutiert dann, wie die soziale Nachhaltigkeit des Unternehmens auf Grundlage der vorherigen Bewertung verbessert werden kann, indem Planungsvorlagen verwendet werden, die im Bereich „Lernen & Planen" innerhalb jedes Engagementbereichs für soziale Nachhaltigkeit in Unternehmen verfügbar sind. Diese Simulation lehrt Studierende, wie verschiedene Managementperspektiven zu ausgewogeneren und inklusiveren Entscheidungen beitragen und wie man die Integration sozialer Nachhaltigkeit auch im KMU-Kontext strukturierter angehen kann. Einfache Planungsvorlagen helfen Studierenden, Zusammenhänge zwischen strategischen Zielen, spezifischen Erfolgskennzahlen und Verantwortungsmanagement in Unternehmen zu verstehen. Darüber hinaus helfen diese Vorlagen ihnen, prioritäre Maßnahmen auszuwählen, zu beschreiben, warum sie wichtig sind, und die für ihre Umsetzung erforderlichen Schritte zu skizzieren. Lehrende können Studierende unterstützen, indem sie sie daran erinnern, Maßnahmen zu wählen, die zur Größe und den Ressourcen eines KMU passen. Dieser Teil der Simulation hilft Studierenden zu verstehen, wie Strategien durch einfache operative Schritte konkret werden und wie Inklusion und soziale Nachhaltigkeit durch tägliche Praktiken und strategisches Denken aufgebaut werden können.
Übung 4: Erstellung eines Berichts zur sozialen Nachhaltigkeit oder VSME-Berichts
In dieser Übung verwenden die Studierenden die Berichtsformulare für soziale Nachhaltigkeit, um einen kurzen Bericht über ihr fiktives oder Fallunternehmen zu erstellen. Der Bericht hilft Studierenden, grundlegende Berichterstattungsprinzipien zu erlernen und den Unterschied zwischen gesetzlicher Compliance, Fortschrittsverfolgung und freiwilligen Nachhaltigkeitspraktiken zu verstehen.
Übung 5: Reflexion über Strategie und langfristige Wirkung
Zum Abschluss der Lernerfahrung reflektieren die Studierenden darüber, wie soziale Nachhaltigkeit mit strategischem Management und Geschäftsentwicklung zusammenhängt. Lehrende können sie ermutigen, Fragen zu bedenken, etwa wie ihre Maßnahmen die Mitarbeitermotivation, das Kundenvertrauen oder Innovationsmöglichkeiten beeinflussen könnten. Studierende reflektieren auch darüber, wie ein zweckorientiertes oder Shared-Value-Geschäftsmodell ihrem Unternehmen zugutekommen könnte, insbesondere wenn sie ihre Nachhaltigkeitsbemühungen über die Zeit fortsetzen würden.
Übung 6: Bewertung des Unternehmens mit der Inklusionskompetenz-Bewertung
In dieser Übung verwenden die Studierenden die Bewertung der Inklusionskompetenzen, um den aktuellen Stand ihrer individuellen Kompetenzen zu erkunden, insbesondere um inklusive und verantwortungsvolle Führungskräfte zu werden. Lehrende können diese Aktivität unterstützen, indem sie Studierende bitten, sich als Führungskräfte vorzustellen, die ihre Stärken und Schwächen verstehen möchten, und darüber zu sprechen, wie Führungseigenschaften mit den strategischen Maßnahmen des Unternehmens zusammenhängen (z. B. bei Verwendung von Mikrofundamenten oder der Upper Echelons-Theorie). Dies kann eine Einzelaufgabe sein, damit Studierende sich persönlich mit ihrer Entwicklung auseinandersetzen können, ohne unnötigen externen Druck zu verspüren. Diese Aufgabe kann mit der Lernmethode Vielfalt und Inklusion als Lernreise verwendet werden.
Tipps für Lehrende zur Unterstützung des Lernprozesses
Lehrende können die Nutzung des digitalen Werkzeugs verbessern, indem sie in jeder Phase kurze Klassendiskussionen anregen, Beispiele aus realen Unternehmen bereitstellen oder Studierende einladen, verschiedene Teamergebnisse zu vergleichen. Das Werkzeug ist flexibel und kann in kurzen Workshops oder längeren Aufgabenzyklen eingesetzt werden. Es ist besonders hilfreich für Studierende, die am besten durch praktisches Handeln lernen, da es ihnen ermöglicht, realistische Geschäftsplanung und Nachhaltigkeitsberichterstattung in einer sicheren und kreativen Umgebung zu üben.